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Kompression gegen den Lymphstau
Kompression gegen den Lymphstau

Dicke, schwere Beine? Müde Glieder? Die Hose passt nicht mehr? Dann könnte es sich um ein Lymphödem handeln: gestaute Lymphflüssigkeit in den Gliedmaßen, die das Gewebe anschwellen lässt. Je früher die Therapie einsetzt, umso besser sind die Chancen, die Beschwerden in den Griff zu bekommen. Ein ganz wichtiger Teil der Behandlung ist die Kompressionstherapie.

Was ist ein Lymphödem?

Neben dem Blutkreislauf gibt es im menschlichen Körper noch weitere „Transportwege“: das Lymphsystem, ein Netzwerk aus kleinen und größeren Kanälen (Lymphgefäße), das uns von Kopf bis Fuß überzieht. In den Lymphgefäßen fließt eine klare Flüssigkeit – die Lymphe. Sie spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem und als Transportmedium für Nähr- und Abfallstoffe des Körpers wie etwa Blut-Eiweiße, Fettsäuren, Stoffwechsel- oder Entzündungsprodukte.

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Funktioniert das Lymphsystem nicht mehr richtig, bleiben Eiweiße und Gewebsflüssigkeit zwischen den Zellen im Gewebe liegen. Das schwillt an und die Flüssigkeit kann nicht mehr abfließen. Diesen Stau der Lymphe und die dadurch verursachte Schwellung nennt man Lymphödem.

Wo entstehen Lymphödeme?

Hauptsächlich sind von einem Lymphödem Beine und Arme betroffen, aber es kann auch zu Schwellungen an Hals, Kopf, Rumpf/Brust oder Genitalien kommen. Mit Schmerzen ist das Lymphödem nicht verbunden, allerdings können natürlich Folgeerkrankungen wie Gewebeschäden, Entzündungen, eine Wundrose oder ein offenes Bein schmerzhaft sein.

Was sind die Auslöser für ein Lymphödem?

Lymphödeme können angeboren sein (primäres Lymphödem) oder sich auch erst im Laufe des Lebens bilden (sekundäres Lymphödem)

Ein primäres Lymphödem ist die Folge angeborener Anomalien des Lymphsystems, etwa wenn Lymphbahnen und Lymphknoten nicht richtig ausgebildet sind. Symptome können von Geburt an vorhanden sein oder später im Leben auftreten. Das primäre Lymphödem ist meistens beidseitig an den Gliedmaßen festzustellen und verläuft von unten nach oben aufsteigend, also von den Zehen bis zum Oberschenkel. Zu 94 % sind die Beine betroffen; der Rest verteilt sich auf Arme, Hals, Genital oder mehrere Körperbereiche.

Ein sekundäres Lymphödem entsteht, wenn ein zuvor intaktes Lymphsystem geschädigt wird. Etwa als Folge von Krebs und Strahlentherapie oder als Folge einer Erkrankung, Verletzung oder Operation (wenn zum Beispiel die Lymphknoten entfernt werden). Das sekundäre Lymphödem tritt meistens nur einseitig auf und wandert von oben nach unten im Bein oder von der Achsel bis zur Hand. Zu 66 % sind die Arme betroffen, zur 31 % die Beine, der Rest verteilt sich auf Hals, Genital oder mehrere Körperbereiche.

Was ist der Unterschied zwischen Lymphödem und Lipödem?

Beim Lymphödem staut sich Lymphflüssigkeit in den Gliedmaßen (vor allem Arme und Beine), so dass diese anschwellen. Lipödem bezeichnet eine chronische Erkrankung, die durch eine ungleiche Verteilung des Fettgewebes im Körper gekennzeichnet ist. Der überproportionale Fettanstieg tritt am häufigsten in den Beinen und manchmal auch in den Armen auf. Begleitet wird das von Schmerzen, Schweregefühl und Unbehagen.

Welche Symptome kennzeichnen ein Lymphödem?

Erste Anzeichen eines Lymphödems sind ein Gefühl der Schwere oder Enge (z.B. fühlen sich Kleidung oder Schmuck enger an), Spannungsschmerzen im betroffenen Bereich oder eine sichtbare Schwellung.

Wie lässt sich ein Lymphödem feststellen?

Ein Lymphödem ist nicht einfach zu diagnostizieren, da manchmal erst nach vielen Jahren erste Symptome auftreten. Trotzdem ist es wichtig, so früh wie möglich eine genaue Diagnose zu erhalten, um eine rechtzeitige Behandlung zu ermöglichen. Die Diagnose erfordert die Beurteilung durch einen Arzt, der eine fachliche Ausbildung in der Beurteilung eines Lymphödems und seiner Behandlung erhalten hat.

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